WARUM IST DER SACHS RS SO STARK?

Das E-Mountainbike brachte den gelernten Elektroingenieur nach mehreren Bandscheibenvorfällen wieder mit Schwung zurück ins sportliche Leben und bekehrte Ihn von seinem Glaubenssatz, dass E-Bikes nur etwas für Pendler sind. Heute sitzt er mehrmals die Woche auf dem E-Mountainbike und sucht insbesondere die Herausforderungen beim Bergauffahren in technisch anspruchsvollem Gelände. Als erfahrener E-Mountainbiker konnte der Director of Sales für SACHS MICRO MOBILITY seine Erfahrungen mit in die Entwicklung des neuen SACHS RS einbringen. Die Story, wie es zu dem 110 Nm Kraftpaket kam, erzählt uns der gebürtige Odenwälder im Interview.

Wie geht es dem Rücken, Herr Schmidt?
Danke, trotz spannender Zeiten gut, auch Dank des vielen E-Bikens.

Wie oft kommen Sie im Moment zum E-Mountainbiken?
Ein bis zwei Mal die Woche und dann meistens abends nach der Arbeit. Ich treffe mich mit Freunden zum Nightride. Das ist der beste Ausgleich, da wird geschwitzt und gelacht. Ohne E-MTB würde ich das heute hier im Odenwald nicht so einfach mehr durchziehen können. Bei mir geht es direkt von der Haustür 400 Höhenmeter sportlich den Berg hoch.
Mit dem Mountainbike wurde es eine Herausforderung, mit meinem ersten E-Bike kam der Spaß wieder und heute mit dem SACHS RS-Bike ist es eine andere Dimension.

Können Sie diese andere Dimension etwas genauer beschreiben?
Mit den kleineren Akkus und schwächeren Motoren ist man früher schneller am Limit und am Ende der Reichweite angekommen. Deshalb fuhr man entsprechend vorsichtig, oder es war ein kurzer Ride.
Die 110 Nm erlauben es mir heute im effektiven, mittleren Leistungsbereich deutlich länger Spaß zu haben. Das ist wie bei Sportlern: der, der nur einen Maximalpuls von 175 Schläge/Minute hat, läuft bei konstant 155 Schläge/Minute schneller heiß und leer als der, der 195 Schläge/Minute hat. Der SACHS RS ist fitter und damit in der Leistung wesentlich elastischer aus sportlicher Sicht. Die Leistung wird so effektiver und das bringt wesentlich mehr Reichweite. Downhill hat schon immer Spaß gemacht, jetzt bringen auch technisch anspruchsvolle Uphills den Kick. Leistung und Spaß zu 100%.

Wie hat SACHS den Motor „gedopt“? Waren Sie an der Entwicklung beteiligt?
Bei der Entwicklung standen die Kunden und deren Anforderungen im Fokus. Ich hatte das Glück einer der Kunden zu sein, die ihre Wünsche auf eine lange Liste schreiben durften. Diese wurde dann durch unsere Entwicklungsabteilung Schritt für Schritt umgesetzt.
Zum Thema „Doping“: Der Motor ist nicht gedopt, das würde er nicht lange durchhalten. Wir haben anders gedacht. Wie können wir einen Motor und ein System entwickeln, das lange hohe Leistung abliefert ohne dabei in die Knie zu gehen und das schon bei geringer Pedalumdrehung? Die geringe Pedalumdrehung ist eine wichtige Komponente vor dem Hintergrund, dass viele E-Mountainbiker keinen sportlichen Radfahrer-Background haben. Und ganz wichtig – wie machen wir das System robust für den harten Einsatz in der Stadt oder im alpinen Gelände?

Wie sehen die Lösungen dafür aus?
Wir haben uns umgesehen wo es Elektromotoren gibt, die unmittelbar hohe Leistung bringen und das auch über eine längere Zeit durchhalten müssen. Fündig sind wir im Powertool-Segment geworden. Der Motor im SACHS RS stammt von Profi-Bohrmaschinen und Schlagschraubern ab, wie man sie auf Großbaustellen findet.
Der zweite Ansatz war, ein robustes Getriebe zu entwickeln. Es ist ein schrägverzahntes Planetengetriebe, das komplett in Wälzlagern geführt wird. Die findet man sonst bei Windkrafträdern oder Nutzfahrzeugen. Für die Haltbarkeit und Qualität haben wir gerne beim Gewicht etwas zugelegt.
Der dritte und wichtigste Punkt ist eine leistungsfähige Kühlung. Der Stator ist mit einem speziellen, wärmeleitfähigen Compound direkt im Motorgehäuse vergossen. Dort fließt der Strom und es entsteht der Hauptanteil der Wärme, die abgeführt werden muss. Bei den bislang im Markt zu findenden Systemen stehen der Stator und die Spule oft im freien Raum von Luft umgeben. Perfekt isoliert, was man hier überhaupt nicht möchte, denn die Wärme soll schnell nach außen wegegleitet werden.

Sie sprachen von City- und sportlichen E-Mountainbikes wo der Motor seinen Einsatz findet. Bei sportlichen E-MTBs kann man sich das gut vorstellen, aber wie funktioniert das in der Stadt?
Im Stadtbereich haben die E-Bike Fahrer mit anderen, für die Performance des Systems aber gleichen Herausforderungen zu kämpfen, wie im alpinen Gelände. Unzählige Ampeln, ständiges Beschleunigen, oft im zu schweren oder falschen Gang. Zusätzlich sind die Räder mit Einkäufen oder Kindern wie Lastenesel bepackt, sollen aber wie ein Sportwagen manövrieren. Hier besticht der SACHS RS mit maximaler Leistung schon bei geringer Pedalumdrehung von 40 – 60 U/min. Der Motor verzeiht so Dank seiner Kraft und Auslegung „Fahrfehler“ und bringt dem Fahrer mehr Sicherheit. Cargobikes profitieren besonders davon. Mehr Mut und Sicherheit bekommen übrigens auch unerfahrene Biker auf verblockten Wurzeltrails. Mangelnde Muskelkraft und Fahrtechnik kompensiert der SACHS RS.

Frisst so viel Leistung nicht viel Energie?
Wenn man nur Vollgas gibt, frisst das immer viel Sprit – das ist beim E-MTB wie beim Auto.
Entscheidend ist das Gesamtkonzept. Die Spitzenleistung ist als Ergebnis des Gesamtkonzeptes zu sehen – es war nicht das Ziel einen 110 Nm Motor zu entwickeln.
Gerade durch die hohe Leistung des Motors fährt man die meiste Zeit im mittleren Leistungsbereich, der sich für die meisten wie Vollgas anfühlt. Dadurch ist das System effizient und man erreicht große Reichweiten. Das haben all unsere Tests – auch mit Spitzensportlern – bestätigt. Wir haben bewusst Spitzenradsportler eingesetzt, die lange hohe Wattzahlen treten können. Knapp 2000 Hm bei mittlerer bis hoher Leistung des Fahrers waren das Ergebnis. Der Motor bleibt trotzdem im grünen Leistungsbereich. Die Fahrer sind mit dem breitesten Grinsen zurückgekommen.
Zwei Steuereinheiten, Motorcontroller und Batteriemanagement stimmen Motor, Batterie und Getriebe optimal aufeinander ab. Der Motorcontroller kümmert sich um die Steuerung der Motorleistung, Drehzahl, Sensorik und Temperatur. Das Batteriemanagement System schützt die Batterie, damit diese nicht zerstört wird. Die Zellen müssen viel besser überwacht werden als bei einer Auto-Bleibatterie. Zusätzlich generiert das System alle wichtigen Daten wie Akkuladezustand und Reichweite für den Fahrer.

Sind sie mit dem SACHS RS fitter geworden?
Fitter, das kommt darauf an wie man es definiert. Ich würde eher sagen, ich fahre wieder viel mehr Rad und habe Spaß dabei. Heute kann ich, auch wenn ich mich körperlich nicht so fit fühle, dank des SACHS RS Bikes auch technisch anspruchsvolle Trails fahren. Das ist mir wichtig, um mit meinen Freunden gemeinsam die Nightrides zu bestreiten. Hier ist „Trail-Battle“ angesagt und da kann ich nur mithalten, wenn ich das passende E-Bike mit entsprechenden Leistungsstufen fahre. Diese Zeit bringt mir neben der körperlichen auch Ausgleich für den Geist, mentale Stärke und Motivation.

Fazit: Fitness und Leistungssteigerung auf einem ganz neuen Level.