SAZ BIKE – Eurobike 2018

Sachs ist wieder da
Die Traditionsmarke Sachs meldet sich zurück in der Fahrradbranche. Das Start-up Sachs Micro Mobility stellt auf der Eurobike einen E-Antrieb und ein Antiblockiersystem vor.
Die beiden Geschäftsführer Michael Funk und Marc Sommer stellen Sachs und das Antiblockiersystem vor.
Die Tübinger Firma wurde gegründet vom Automobilzulieferer ZF, von den Fahrradspezialisten Magura und Brake Force One sowie einem weiteren Investor. Sachs entwickelt ein System aus Elektroantrieb und Bremse mit ABS-Funktion. Die ABS-Elek­tronik wird vollständig und damit unsichtbar im Rahmen integriert. Pro Bremse wiegt die ABS-Vorrichtung 300 g. Man kann sich auf die ­Vorderbremse beschränken. Die Bremsflüssigkeit bleibt beim ABS-Vorgang im System, sodass sie nicht wie bei Bosch in einen Sammelbehälter fließt. Im Gegensatz dazu muss also das Öl nach mehreren ABS-Vorgängen nicht manuell in die Leitung gefüllt werden.
Sachs-Geschäftsführer Michael Funk kennt die Fahrradbranche: Er war acht Jahre Mitglied in der Geschäftsführung von Magura. Die Bremsenspezialisten liefern die Bremse, die auf die Bedürfnisse von Sachs modifiziert wird. Die Software des ABS soll auf die Hersteller zugeschnitten werden, weil etwa ein Lastenrad andere Anforderungen an das System stellt als ein E-MTB. Das Angebot richtet sich nur an OE-Kunden und nicht an den Nachrüstmarkt. Das ABS soll Ende 2018 in Serie produziert werden, der Motor Anfang 2019. Alle Teile sollen in Europa, teils auch in Deutschland hergestellt werden, der Akku wird zugeliefert. Es ist geplant, das System 2019 in Testflotten zu erproben. Weiter will Sachs den Fachhandel auf Wartung und Reparatur des Systems vorbereiten. Die Preise stehen noch nicht fest.
Sachs hatte einst den Freilauf erfunden und damit das Fahrrad tauglich für die Massen gemacht. Der Automobilzulieferer ZF (Friedrichshafen) hatte in den 90er-Jahren die Fahrradsparte von Sachs – sie umfasste neben Nabenschaltungen auch ganze Gruppen von Kettenschaltungen – an Sram verkauft. Die US-Amerikaner betreiben heute ihren deutschen Hauptsitz in Schweinfurt am ehemaligen Sitz von Sachs.

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